Glücklich sein

 

 

 

 

 

 

“Es gibt viele Menschen, die mit 60 Jahren

10 mal reicher sind als mit 20, aber niemanden, der mit 60 Jahren

10 mal glücklicher ist als mit 20!”

 

Diese Tatsache sollte uns zu denken geben und verweist auf verschiedene Fragen, wie z.B.:

  • ob es überhaupt möglich ist, das eigene Glücksniveau deutlich und dauerhaft zu steigern und
  • ob unser Glück wirklich mit unserem Wohlstand zusammenhängt.

Bevor ich darauf in den Beiträgen dieses blogs eingehe, möchte ich zuerst klären, was es mit dem Begriff Glück auf sich hat.

Abgesehen vom Zufalls- oder Schicksalsglück im Sinne von “Glück gehabt”  taucht der Begriff “Glück” nämlich mit verschiedenen Bedeutungen auf.

Zum einen als kurz andauernde Zustände überdurchschnittlichen Wohlbefindens, bei denen auf biologischer Ebene eine große Menge Glückshormone wie z.B. Endorphin, Oxytocin, Dopamin oder Serotonin ausgeschüttet werden. Wir alle kennen solche Glücksmomente und schätzen sie in der Regel sehr. Sie sind sozusagen die Highlights in unserem Alltag, während denen wir uns richtig gut fühlen. Allerdings vergehen sie in der Regel genauso schnell wie sie gekommen sind.

Neben diesen besonders schönen Momenten gibt es aber auch ein Glück im Sinne eines dauerhaften Zustands überdurchschnittlichen Wohlbefindens.

Diese Art des dauerhaften Glücklich Seins ist dadurch gekennzeichnet, dass man überwiegend positive oder angenehme Gefühle erlebt, sich lebendig, voller Energie und Lebenslust fühlt. Der innere Zustand kann dabei von einer eher stillen  bis zu einer intensiven Lebensfreude reichen und ist nur begrenzt von aktuellen Lebensumständen abhängig. Wer diese Art des Glücks erlebt, wacht morgens voller Tatendrang auf, freut sich auf den Tag und genießt sein Leben.

Abgesehen davon gibt es aber auch noch ein Glück im Sinne eines hohen Grads an Lebenszufriedenheit.

Diese Art des Glücks hat nicht unbedingt etwas mit Lebensfreude zu tun und ist eher eine Schlussfolgerung. Es geht dabei nämlich um eine Einschätzung bzw. Bewertung der eigenen Gesamtsituation im Vergleich zu der von anderen. Kommt man dabei zu dem Ergebnis, relativ gut abzuschneiden, ist man mehr oder weniger zufrieden. Da diese Art von „Glücklich Sein“ allerdings nur ein positives Urteil darstellt, können  positive Gefühle dabei völlig fehlen. So gibt es viele Menschen, die mit ihrem Leben aufgrund sozialen Vergleichs sehr zufrieden sind und trotzdem griesgrämig, gestresst oder unglücklich durchs Leben gehen.

Wenn wir davon sprechen, glücklich zu sein oder glücklich werden zu wollen, dann können dabei also völlig unterschiedliche Erfahrungen gemeint sein:

  1. Die niedrigste Form des Glücks ist eine Zufriedenheit mit den eigenen Lebensumständen, die dadurch zustande kommt, dass man diese mit denen Lebensumständen anderer Menschen vergleicht und dabei zu einer positiven Einschätzung kommt.Auf diesem Glückslevel würde man vielleicht sagen: “Ich fühle mich zwar meist nicht besonders, aber wenn ich daran denke, wie es Leuten in der 3. Welt geht, darf ich eigentlich nicht jammern und bin recht zufrieden mit meinem Leben.”
  2. Eine höhere Form des Glücks ist die Zufriedenheit mit den eigenen Lebensumständen, die dadurch zustande kommt, dass man seinen eigenen Ansprüchen genügt bzw. seine Ziele erreicht hat und deshalb zu einer positiven Einschätzung kommt.Auf diesem Glückslevel würde man vielleicht sagen: “Ich bin zwar nicht immer glücklich, aber wenn ich mein Leben so betrachte, läuft eigentlich alles ganz gut und ich bin zufrieden.”
  3. Noch glücklicher als die eben genannten, sind Menschen, die ihre täglichen Aktivitäten genießen, sich schon morgens auf den Tag freuen, voller Lebenslust sind und nur selten oder kurz von Negativität runtergezogen werden. Das Leben solcher Menschen ist reich an täglichen Glücksmomenten und freudigen Ereignissen.Auf diesem Glückslevel würde man vielleicht sagen: “Es geht mir wirklich gut und ich genieße das Leben!”
  4. Die höchste Form des Glücks ist jedoch die Erfahrung eines inneren Friedens, der nicht von freudigen Ereignissen und erfreulichen Lebensumständen abhängt.Auf diesem Glückslevel würde man vielleicht sagen: “Alles ist gut!”

Bei alledem ist es das Wichtigste zu wissen, dass das Ausmaß unserer Lebenszufriedenheit und unseres Glückserlebens nur in geringem Maße von unseren Lebensumständen abhängt  und stattdessen 4 mal mehr davon,  worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten und wie wir unsere Aufmerksamkeit steuern.

 

Mehr dazu erfahrt Ihr in den Beiträgen dieses blogs